Costa Rica – Pura Vida!

Nach einem ziemlich anstrengenden Flug, der um 3h im Shuttelbus in Honolulu startet, 5h Aufenthalt in Los Angeles inklusive 1h Verspätung meines Anschlussflugs, Umweg über Denver und dort nur 5 min Zeit, um meinen Flieger nach San José zu bekommen, erreiche ich einen Tag später Costa Rica und nach einer weiteren Stunde das kleine Dorf Orosi im Orosi Tal. Grüne Berge, Regen, viele Straßenhunde, eine kleine Spanisch-Schule und ein paar sehr lustige „Hostel-Mitbewohner“ erwarten mich. Hier besuche ich lediglich einen 2-Wöchigen Crashkurs in Spanisch, um nach meiner Südamerika-Tour wieder zurück nach Costa Rica zu kommen und das restliche Land zu erkunden. Innerhalb kürzester Zeit wird mir hier in täglich 3h Privatunterricht die spanische Sprache eingehämmert. Sehr anstrengend, aber auch irgendwie effektiv.

Flug nach Costa Rica

Viel über Costa Rica kann ich daher nicht erzählen. Wir machen einen Ausflug zum nebelverhangenen Vulkan Irazú, wo wir die frechen Pizotes (Nasenbären) sehen und kleinere Spaziergänge in die nähere Umgebung von Orosi (Hot Springs, Wasserfälle, Flüsse, Dörfer). Alles ist super grün. Überall sieht man Kaffee- und Bananenplantagen. Die Häuser sind in allen Farben angestrichen. Manchmal sind es nur einfache Blechhütten, meist jedoch einstöckige Steinhäuser, wie sie auch in Europa zu finden sind. Fast alle sind durch hohe Gitter gesichert. Die Straßen sind durch den vielen Regen von Schlaglöchern übersät, einige Brücken weggeschwemmt. Nachts kommen die Kröten und Moskitos aus ihren Verstecken.
Gemeinsames Essen gehen oder kochen, spielen, diskutieren und viel Imperial, bestimmen die Abende der ersten 1 ½ Wochen im Hostel.

Pizotes

Die Machismo Kultur in Costa Rica ist schon sehr ausgeprägt. Männer haben in der Küche nichts verloren und als Gringo Frau alleine auf der Straße wird man schon häufig angezischt. Aber im Allgemeinen sind die Costa Ricaner sehr freundlich und geduldig mit meinem spanischen Gestammel.

Als ein Feiertag ansteht, bei welchem viele Gläubige aus ganz Costa Rica zu Fuß nach Cartago gehen, beschließe ich gemeinsam mit Anthony, einem hyperaktiven Franzosen, ebenfalls dorthin zu wandern. Nach 14km bergauf, in einem Höllentempo (Anthony alias Speedy Gonzales kann leider nicht langsam laufen) erreichen wir die weiße Basilica de la Virgen de los Angeles. Hier warten tausende Menschen, um die Negrita, die Schutzpatronin Cartagos, um Heilung von Krankheiten zu bitten. Alles läuft absolut friedlich, geordnet und ruhig ab. Die Gläubigen warten geduldig mehrere Stunden vor der Basilica, um dann auf Knien ihre Prozession anzutreten. Wir sehen viele, die in der Hitze zusammenbrechen und nach ihrer Prozession kaum mehr laufen können. Nachdem wir uns mit costa-ricanischem Essen gestärkt haben machen wir uns auf den Rückweg. Am Straßenrand hat sich eine riesige Menschenschlange gebildet. Busse nach San José kommen im fünf Minutentakt, um die Menschen langsam aber sicher zurück in ihre Heimatdörfer zu bringen. Da wir jedoch in die andere Richtung müssen hilft uns das wenig. Eine geschlagene Stunde warten wir auf unseren Bus zurück nach Orosi. Mehrere Busse von Orosi fahren dabei an uns vorbei, einer in unsere Richtung ist jedoch weit und breit nicht zu sehen. Wir fragen mehrmals Leute, ob wir an der richtigen Haltestelle stehen, was uns jedoch bestätigt wird. Letztendlich haben wir genug und machen uns zu Fuß auf den Weg. Kurze Zeit später rauscht ein Bus in Richtung Orosi an uns vorbei.
Anthony droht schon damit, dass er nach Orosi zurückrennen möchte, da es langsam dunkel wird. Dazu habe ich jedoch wenig Lust, da ich meine Füße schon kaum mehr spüren kann. Also nehmen wir den ersten Bus in die nächste Stadt und siehe da, dort hält wenige Minuten später auch unser Bus.

Cartago

Leider ist das Hostel in meiner jetzigen, zweiten Woche, wie ausgestorben (ihr fehlt hier Mädels! Nicht mal Lucas ist mehr hier;)). Daher warte ich schon sehnsüchtig auf das (vorläufige) Ende meiner Zeit in Costa Rica und hoffe auf belebtere Orte in Südamerika.


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Kommentare

2 Kommentare zu „Costa Rica – Pura Vida!“

  1. sabi

    Hey Anke!
    So, jetzt muss ich auch mal was schreiben! Langsam kommst ja in regionen, in denen ich auch schon war! Echt sau cool deine pics und dein ganzer Blog und alles!
    Falls du noch n paar Erfahrungsberichte zu Südamerika brauchst, dann melde dich! Venezuela, Ecuador, Peru, Argentinien, Uruguay, Chile…Da kann ich evtl. helfen! Sonst wünsch ich dir weiterhin viel Spaß und nette Leute :)! Ab sept. bin ich dann auch auf deinem Kontinent (Quito)!!
    Es drückt dich, die Sabi!

  2. anke

    hi sabi,
    schade, da verpassen wir uns etwas. im sep. bin ich schon in bolivien bzw. gegen ende in argentinien. meine route führt mich noch nach ecuador, peru, bolivien, argentinien und evtl. chile. falls du da also noch geheimtips zu hast, immer gern :-).
    glg und viel spass in ecuador!
    anke