Südamerika – ein einmaliges Erlebnis!

Nach den Iguazú Wasserfällen entscheiden wir uns gegen eine 24h Busfahrt und nehmen einen Flug nach Salta.
Eine sehr angenehme ruhige Stadt, mit alten Häusern und ein wenig Andean Feeling. Ein Tagesausflug führt uns zu den Salt Flats und in kleinere Dörfer der Region. Auch hier fühlt man sich wieder wie in Peru oder Bolivien. Die Landschaft ist ähnlich und die Waren der Straßenhändler sind die gleichen, gewebte Tücher und Decken, Mützen und Schals. Nur die Matebecher erinnern daran, dass wir uns in Argentinien befinden.

Salt Flats

Cordoba ist dagegen weniger aufregend als gedacht. Auch eine schöne Stadt mit interessanten Museen, an Buenos Aires kommt es jedoch nicht heran, aber welche Stadt kann das schon?! Abends wird auch hier Tango auf der Straße getanzt. Hauptsächlich ältere Semester zeigen was sie drauf haben und schwingen sehr elegant, das Tanzbein.

Ab Mendoza bin ich dann wieder alleine unterwegs. Mit einer Weintour und Party im Hostel verkürze ich mir hier die Tage.

Eine 8h Busfahrt bringt mich über die Grenze nach Chile und Valparaíso. Meinem Schlafreflex, der sich bei jeder Busfahrt einstellt, versuche ich diesmal weitestgehend zu wiederstehen, da dies einer der schönsten Busstrecken in Argentinien ist. Vorbei an schneebedeckten Bergen, Tälern und kurvenreichen Straßen. Der ältere Herr, welcher neben mir sitzt, ist ganz aufgeregt über diese schöne Landschaft und macht mich noch gerade rechtzeitig auf einen riesigen Gletscher aufmerksam. Leider war meine Kamera so schnell nicht einsatzbereit.

Busride to Chile

In Valparaíso treffe ich auf Claire und Mark. Ein irisches Pärchen, das ich auf meiner Ecuador-Bolivien-Tour kennengelernt hatte. Gemeinsam verbringen wir drei sehr schöne, aber sehr kalte Tage in dieser chilenischen Küstenstadt. Wir wohnen mitten im Cerro Concepción (UNESCO Heritage) und lassen es uns kulinarisch, mit Wein, Pisco Sour und fantastischen Gerichten, richtig gut gehen.
Wenige Stunden nach meiner Ankunft in Chile, werden die letzten Minenarbeiter geborgen. Kirchen und Sirenen erklingen, zu diesem freudigen Anlass.

Valparaíso

Anschließend geht es nach Santiago, wo ich mich für zwei Wochen in einem Homestay mal wieder etwas vom Reisen erholen werde. Hier genieße ich mein eigenes Zimmer, Bad, einen Fön, die Tatsache, dass ich keinen Adapter brauche (der diese Reise definitiv nicht überleben wird und jetzt schon fast auseinander fällt) und den beginnenden Frühling in Chile. Es gibt viele verschiedene Viertel, die alle ihren eigenen Charakter haben. Viele Grünflächen lockern die hektische Stadt etwas auf. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist groß. Die Berge in der Ferne sind noch ein wenig mit Schnee bedeckt. Morgens ist es kalt, im Laufe des Tages wärmt es sich angenehm auf.

Santiago

Südamerika Gegensätze pur. Nur einige spontane Beispiele.
Bolivien. Eines der ärmsten Länder in Südamerika. Jeder versucht irgendwie Geld zu machen. Die Straßen sind voll von Händlern. Jeder Zentimeter wird genutzt. Es gibt keine Regeln wie lange Busfahrer am Steuer sitzen dürfen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass dieser beim Fahren einnickt. Blinde Passagiere werden im Gepäckraum geschmuggelt, um ein bisschen mehr Geld zu machen. Man kann Dynamit für ein paar Dollar erwerben und beliebig in die Luft sprengen.

Argentinien. Sehr europäisch und modern. Jedoch blitzen hier und da noch Dinge auf, die daran erinnern, dass man sich doch in einem südamerikanischen Land befindet. Alte Autos zwischen neuen. Traditionelle Cafés zwischen hippen Bars. Außerhalb der großen Städte, sieht man ein einfaches Leben. Die Häuser sind größtenteils unverputzt und wenig gepflegt. Die Busse haben einen sehr hohen Standard. Es kann jedoch vorkommen, dass man hier um 8 Uhr morgens einen Rum angeboten bekommt, anstatt des üblichen Kaffees. Im Restaurant oder Café wird man alle zwei Minuten um ein paar Pesos angebettelt.

Chile. Eines der stabilsten und wohlhabendsten Länder in Südamerika. Die Lebenserhaltungskosten sind vergleichbar mit unseren. Auch hier kann man natürlich Südamerika spüren. Aber speziell in Santiago, muss man doch verstärkt danach suchen. Man sieht in die Gesichter und erkennt Deutsche, Italiener, Spanier etc. Die Taxipreise sind fest. Das Essen vielfältig. Nur wenige bis gar keine Straßenhändler sind zu sehen. Lediglich am Plaza de Armas tümmeln sind vereinzelte Schuhputzer und alte Herren spielen Schach unter einem Pavillon. Wurden die Geschäfte in Argentinien meist zwischen 13 und 17 Uhr geschlossen, gibt es in Chile keine Siesta (zumindest nicht in Santiago). Gestresste Gesichter hetzen morgens zur Arbeit. Mittags wird ein kurzes Nickerchen im Park gehalten. Am Abend rennt man zurück nach Hause.


Veröffentlicht

in

,

von