Brasilien

Verspäteter Nachtrag, nachdem ich Südamerika schon den Rücken gekehrt habe. Brasilien hat mich so umgehauen, dass ich erst mal 2 Wochen mit einer Bronchitis gekämpft habe, die ich auch trotz Antibiotikum nur schwer los geworden bin. Nur auf Sparflamme, gab es daher nur begrenzte Aktivitäten, die hauptsächlich aus am Strand liegen, Schlafen, Essen, Bierchen trinken (natürlich nur während der Antibiotikum-freien Zeit) und sobald es mir besser ging auch ein paar Tanznächten bestanden haben.

Rio de Janeiro

Aber von Anfang an. In Rio de Janeiro hat mich, außer meiner Ecuador-Peru-Bolivia-Bekanntschaft Kelly, auch relativ schlechtes Wetter erwartet. Wolken und Regen, haben die Sightseeing-Aktivitäten etwas erschwert. So war das Warten auf ein paar Sekunden wolkenfreien Jesus auf dem Corcovado ein kleines Geduldsspiel.
Rio ist eine Stadt der Gegensätze. Durch Kellys Paranoia angesteckt, habe auch ich irgendwann nur noch die Gefahr hinter jeder Ecke gesehen. Doch viele Gegenden sind wirklich sehr beängstigend und für nächtliche Spaziergänge ungeeignet. Das heißt vor allem nachts teure Taxis verwenden, keine riesen Kamera auspacken, nur das allernötigste an Bargeld mitnehmen, im Auto Fenster und Türen verriegeln etc. Es gibt jedoch auch unglaublich reiche Viertel mit schönen alten Gebäuden und die Strände Copacabana und Ipanema mitten in der Stadt, geben Rio einen ganz besonderen Flair. Umzingelt wird Rio von den Favelaz, die Armenviertel, in welche Touristen zu Party-Touren gefahren werden. Da man hier jedoch leicht mal durch eine verirrte Kugel dar niedergestreckt werden kann, haben wir auf diesen besonderen Nervenkitzel dankend verzichtet. Eine Samba-Nacht in Lapa und die ersten richtigen Caipirinhas haben wir uns jedoch nicht entgehen lassen.

Buzios

Nach wenigen Tagen Rio fahren wir nach Buzios. Ein kuscheliges Strandstädtchen, wo wir wieder ungestört per Fuß unterwegs sein können. Wir übernachten im schönsten Hostel meiner Reise, das leider etwas ausgestorben ist, so dass wir uns wie Eindringlinge, im Wohnzimmer der Hostelbesitzer, fühlen. Hier erkunden wir die vielen kleinen Strände und genießen die Abende mit gutem Essen und dem guten brasilianischen Skol-Bier. Abends wurde es hier jedoch unangenehm kalt, was Kelly eine Erkältung beschert hat und mir einen kratzenden Hals.

Zurück in Rio machen wir die Nacht durch, da wir auf die Gesellschaft der Bed-Bugs in unserem Hostel keinen Wert legen. Ein Wiedersehen mit Thanh (ebenfalls von Ecuador/Peru/Bolivia) leitet den Abend ein. Vergebliche Suche nach einem Nachtclub in Lapa mit ein paar neuen Bekanntschaften (alle Straßen sind gesperrt auf Grund von Filmarbeiten zum nächsten Fast and Furious), letztendlich finden wir zumindest eine Bar, in der wir die Nacht ausklingen lassen können.

Fortaleza

Fortaleza. Wir übernachten bei Kellys Tante. Werden bekocht und betüddelt, was mir nach 11 Monaten Backpacker-Dasein, wie Urlaub erscheint. Meine Bronchitis schlägt jetzt so richtig zu und daher schlafe ich erst mal ausgiebig mein Fieber weg. Kelly schließt sich an und zwei herrlich faule Wochen beginnen. Mal nicht früh aufstehen, um das Hostel-Frühstück nicht zu verpassen. Alle Mahlzeiten werden uns von der Haushälterin, wann immer wir möchten aufgewärmt. Das Essen ist, mit Reis, Bohnen, Fleisch und Farofa – geröstetes Maniok Mehl – jeden Tag nicht ganz so abwechslungsreich, aber man kann sich ja nicht beschweren, wenn alles umsonst auf den Tisch gestellt wird. Gelegentlich gehen wir daher Essen, es gibt doch nichts besseres, als Krebs und Fisch am Strand, nicht zu vergessen das Endlos-Fleisch in den Churrascarias.

Ansonsten verbringen wir viel Zeit am Strand, schlürfen Kokosnuss-Saft oder Skol und besuchen einen Wakeboard-Contest. Machen eine Buggy-Tour durch die Dünen und besichtigen die Altstadt Fortalezas. Außer „normale“ Diskogänge, besuchen wir auch eine Forró-Disko. Die brasilianische Version von Salsa, die zwar super aussieht, jedoch wesentlich schwerer umzusetzen ist.

Fortaleza

Damit ist mein Aufenthalt in Brasilien auch schon mehr oder weniger beschrieben. Nun folgen zwei Wochen Freiwilligenarbeit in Guatemala und anschließend eine Tour von hieraus über Belize nach Cancun (Mexiko). Dafür bekomme ich erfreulichen Besuch aus Deutschland, der schon sehnsüchtig erwartet wird!


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