{"id":121,"date":"2010-03-25T06:39:13","date_gmt":"2010-03-25T04:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.anke-altintop.de\/?p=121"},"modified":"2010-11-09T16:55:08","modified_gmt":"2010-11-09T14:55:08","slug":"neuseelandischer-charme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.anke-altintop.de\/?p=121","title":{"rendered":"Neuseel\u00e4ndischer Charme"},"content":{"rendered":"<p>Nach der absoluten Stille in Te Anau (Milford Sound), hier waren nicht mal die sonst nerv t\u00f6tenden Grillen zu h\u00f6ren (nur die Tippelbr\u00fcder Josha und Manuel haben das verschlafene Backpacker etwas aufgemischt ;-)), schockt Queenstown doch etwas. Eine Touristenhochburg.  Zugegeben, landschaftlich sehr sch\u00f6n gelegen, aber mit den vielen Menschen hier, bin ich erst mal \u00fcberfordert. Hier kommt der Adrenalin Junkie ganz auf seine Kosten. Von Jetboat fahren, River Surfing, Canyoning, Bungee Jumping etc. ist hier alles zu finden. Ein paar nette Bars und L\u00e4dchen runden das ganze ab. Im Winter werden hier die Pisten der Remarkables gerockt (leider momentan noch kein Schnee in Sicht, obwohl es langsam echt empfindlich kalt wird).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/anke.alt2101\/NeuseelandNr6\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/lh3.ggpht.com\/_vASJfSBlxJo\/S6kqIzJS_gI\/AAAAAAAABws\/9JITHVma5Kg\/IMG_5003.JPG\" width=\"400\" alt=\"Queenstown\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mein Canyoning Abenteuer findet in Wanaka bzw. im Mt. Aspiring National Park steht. Seeeeehr geil! (in der Galerie sind auch ein paar Filmchen versteckt).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/anke.alt2101\/NeuseelandNr6\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/lh4.ggpht.com\/_vASJfSBlxJo\/S6kqV7o_0HI\/AAAAAAAABxg\/F2leZpOM0T4\/IMG_9173.JPG\" width=\"400\" alt=\"Wanaka\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Bali, wo die Eindr\u00fccke nur so auf einen einprasseln, tritt der neuseel\u00e4ndische Charme eher leise zum Vorschein. Wer hier herkommt und Party erwartet ist eher falsch gewickelt. Denn alle Gro\u00dfst\u00e4dte sind in unseren Augen eher Kleinst\u00e4dte und bieten meist nur ein paar Pubs und Bars zum weggehen, Clubs sind weitestgehend nicht auffindbar. Wer also im falschen Moment blinzelt, hat unter Umst\u00e4nden, die n\u00e4chste Stadt verpasst ;-). 10 H\u00e4user, ein i-Site, ein Museum, wenn man Gl\u00fcck hat ein Supermarkt und wenn man noch mehr Gl\u00fcck hat eine Tankstelle.<br \/>\nNeuseeland ist das Land der Outdoor-Liebhaber. Natur pur kann hier reichlich gefunden werden. Bei 4.120.900 Einwohnern (Berlin hat 3,5 Millionen) hat man diese meistens f\u00fcr sich allein oder muss sie nur mit wenigen anderen Teilen. Obwohl ich mittlerweile schon langsam genug habe von Vulkanen, Wasserf\u00e4llen, Seen und Bergen, kann mich Neuseeland doch immer wieder aufs Neue \u00fcberraschen. Auf der Fahrt von Wanaka zum Franz Josef Gletscher fahre ich lange durch karge Berglandschaft, gef\u00e4rbt in Braunt\u00f6nen. Diese monotone Landschaft wird nur durch vereinzelte Briefk\u00e4sten am Stra\u00dfenrand und Z\u00e4une unterbrochen, die dazugeh\u00f6rigen H\u00e4user sind jedoch nicht zu sehen. Pl\u00f6tzlich wandelt sich jedoch das Bild und sp\u00e4testens in Haast finde ich mich in einem Regenwald wieder. Riesige Farne, Palmen und \u00fcberdimensionierte Topfpflanzen erheben sich links und rechts. Die ersten Wolken h\u00e4ngen schon an den gr\u00fcnen K\u00fcstenbergen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/anke.alt2101\/NeuseelandNr6\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/lh6.ggpht.com\/_vASJfSBlxJo\/S6rmf1-45TI\/AAAAAAAAB1M\/7EDyLYfVKWg\/IMG_5101.JPG\" width=\"400\" alt=\"Fox\" \/><\/a><\/p>\n<p>In Mitten dieses Regenwaldes erwarten mich die riesigen Gletscher Fox und Franz Josef. Sie sind viel gr\u00f6sser als der Gletscher nahe des Mt. Cook und doch stellt sich nicht mehr diese Begeisterung ein, wie ich sie dort erlebt hab. So schnell stumpft man ab unter diesen vielen Eindr\u00fccken, schlimm schlimm\u2026 Aber vielleicht ist es auch nur das schlechte Wetter, das meine Laune merklich sinken l\u00e4sst. Der Roberts Point Track am Franz Josef Gletscher ist jedoch wundersch\u00f6n. Nur der R\u00fcckweg ist etwas halsbrecherisch, da es anf\u00e4ngt zu regnen, ist der Weg \u00fcber Fl\u00fcsse, Steine und Ger\u00f6ll doch etwas rutschig.<\/p>\n<p>Diese \u00fcbelsten Regenf\u00e4lle werde ich bis Westport nicht mehr los. Nur vereinzelt hat die Sonne gewonnen und so habe ich, au\u00dfer meinen Scheibenwischern und hin und wieder den Mittelstreifen der Fahrbahn, nicht allzu viel von der K\u00fcste sehen k\u00f6nnen. Nach 2 Minuten au\u00dferhalb meines Autos bin ich bis auf die Haut durchn\u00e4sst. Genug um meine Pl\u00e4ne f\u00fcr die S\u00fcdinsel abzuk\u00fcrzen und auf dem schnellsten Weg Richtung Nordinsel weiterzuziehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/anke.alt2101\/NeuseelandNr6\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/lh4.ggpht.com\/_vASJfSBlxJo\/S6ksvAC-OJI\/AAAAAAAABzU\/rk3FZMkvUkc\/IMG_5281.JPG\" width=\"400\" alt=\"Pancake Rocks\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber nach jetzt schon \u00fcber 5500 km auf dem Tacho bin ich froh bald nicht mehr hinter dem Steuer sitzen zu m\u00fcssen. Noch gute zwei Wochen, die ich mich entlang der Ostk\u00fcste zur\u00fcck nach Auckland hocharbeite und dann werde ich erst mal ein bisschen arbeiten. Mehr dazu zu gegebener Zeit.<\/p>\n<p><strong>Kiwi Talk<\/strong><br \/>\nDer Lieblingsausdruck der Kiwis ist \u201eSweetas\u201c und damit ist keineswegs ein Kompliment f\u00fcr das Hinterteil gemeint. Vielmehr wird es verwendet, wie bei uns \u201egeil\u201c oder \u201ecool\u201c.<\/p>\n<p>Ich muss sagen, im Gro\u00dfen und Ganzen verstehe ich die Kiwis recht gut. Doch hin und wieder begegnet man einem, der einen abartigen Akzent hat. Besonders im S\u00fcden, werden die Kiwis recht brummelig, da kommt es schon mal vor, dass man einfach gar nichts mehr versteht. Wenn man daraufhin h\u00f6flich nachfragt, wird einem derselbe Satz in der gleichen Geschwindigkeit einfach nochmal serviert. Aber ein langezogenes \u201eyeaaah\u201c zur Bekundung, dass man verstanden hat, wird meist mit einem doppelten \u201eyeaaah yeaaah\u201c best\u00e4tigt und alle sind zufrieden.<\/p>\n<p><strong>Kiwi Wetter<\/strong><br \/>\nIch hatte wirklich sehr viel Gl\u00fcck mit dem Wetter. Nach einem wohl sehr verregneten Sommer, hat der Sp\u00e4tsommer sich von seiner besten Seite gezeigt. Doch trotzdem ist das Wetter hier sehr durchwachsen und wechselhaft. Oft tut man gut daran, alle m\u00f6glichen Klamotten-Variationen mitzunehmen, sich ggf. fest einzupacken, um kurz darauf wieder alles auszuziehen und dann wieder anzuziehen, auszuziehen, anzuziehen etc.<\/p>\n<p><strong>Kiwi Hobby<\/strong><br \/>\nLieblingsbesch\u00e4ftigung der Kiwis: Opossums t\u00f6ten.<br \/>\n1858 von Australien eingef\u00fchrt, um eine Pelzzucht aufzubauen, entwickelten sich die Opossums, aus Ermangelung an nat\u00fcrlichen Feinden, zu einer Plage. 70 Millionen Opossums soll es hier geben, die alles Gr\u00fcne fressen. Selbst Zweige und Baumrinde, Fr\u00f6sche und V\u00f6gel stehen auf dem Speiseplan. Sie werden mit Gift und allen m\u00f6glichen T\u00f6tungsvariationen bek\u00e4mpft, aber nichts hat bisher wirklich gewirkt. Auf den Stra\u00dfen sieht man daher st\u00e4ndig plattgefahrene Opossums.<\/p>\n<p><strong>Kiwi Vampire<\/strong><br \/>\nSandflies \u2013 kleine l\u00e4stige Plagegeister, die vorzugsweise in der D\u00e4mmerung \u00fcber einen herfallen und es innerhalb weniger Sekunden schaffen, einem in den ganzen K\u00f6rper zu stechen. Diese Stiche jucken wie H\u00f6lle. Ich bin oft nachts aufgewacht, weil ich mich mal eben ausgiebig kratzen musste.<\/p>\n<p><strong>Unterk\u00fcnfte<\/strong><br \/>\nBisher habe ich drei verschiedene Unterkunft-Typen in Neuseeland hinter mir.<\/p>\n<p>Backpacker: damit es m\u00f6glichst g\u00fcnstig ist, buche ich hier entweder ein Dorm oder ein Shared room, d.h. 4-6 Leute in einem Zimmer. Alle, die schon l\u00e4nger auf Reisen waren, wissen wovon ich spreche &#8211; Plastikt\u00fcten Vergewaltiger, stinkende, schnarchende, sprechende, schreiende (wohlgemerkt im Schlaf) Reisende. Nicht immer lustig. Ausschlafen ist eigentlich nie m\u00f6glich, irgendwer muss immer fr\u00fch raus. Daf\u00fcr lernt man immer neue Leute kennen, mit denen man zumindest ein paar nette Abende verbringen kann, bevor jeder in andere Richtungen weiterzieht.<br \/>\nLustiger weise trifft man dabei doch immer wieder auf die gleichen Leute. So habe ich auch Mick nochmal in Queenstown wiedergetroffen, nachdem sich unsere Wege getrennt hatten.<\/p>\n<p>Apropos Touristen, wollte mich doch mal erkundigen, ob noch ein paar Menschen in Deutschland sind? 80% der Backpacker hier in Neuseeland kommen aus Deutschland, 90% davon aus Baden-W\u00fcrttemberg. Ist das die Wirtschaftskrisen-Flucht? Schon lustig irgendwie. In den meisten F\u00e4llen hat man mehr Gl\u00fcck, den anderen auf Deutsch anzusprechen, als auf Englisch. Trotz dieser deutschen Invasion, sind die Neuseel\u00e4nder immer auff\u00e4llig freundlich und f\u00fcr einen Chat aufgelegt. Oder hattet ihr in Deutschland schon mal ein nettes Gespr\u00e4ch mit einer Kassiererin im Supermarkt?<\/p>\n<p>Holiday Park: komfortable Zeltpl\u00e4tze, immer ausgestattet mit K\u00fcche, Fernsehraum, Waschmaschinen, Duschen. Wenn man kein eigenes Zelt oder Camper hat, kann man hier auch oft eine H\u00fctte buchen.<\/p>\n<p>DOC Campingplatz: DOC = Department of Conservation => neuseel\u00e4ndischer Alpenverein. In den Nationalparks findet man diese einfachen Campingpl\u00e4tze, die nur mit Toilette und Wasserhahn (Wasser muss abgekocht werden) ausgestattet sind. Bezahlt wird in eine Box, teilweise wird jedoch auch kontrolliert.<\/p>\n<p>Und demn\u00e4chst werde ich dann mal noch Couchsurfen ausprobieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der absoluten Stille in Te Anau (Milford Sound), hier waren nicht mal die sonst nerv t\u00f6tenden Grillen zu h\u00f6ren (nur die Tippelbr\u00fcder Josha und Manuel haben das verschlafene Backpacker etwas aufgemischt ;-)), schockt Queenstown doch etwas. Eine Touristenhochburg. Zugegeben, landschaftlich sehr sch\u00f6n gelegen, aber mit den vielen Menschen hier, bin ich erst mal \u00fcberfordert. 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