{"id":142,"date":"2010-04-24T00:03:03","date_gmt":"2010-04-23T22:03:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.anke-altintop.de\/?p=142"},"modified":"2010-11-09T16:54:55","modified_gmt":"2010-11-09T14:54:55","slug":"finally-i-am-following-my-father%e2%80%99s-footsteps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.anke-altintop.de\/?p=142","title":{"rendered":"Finally I am following my father\u2019s footsteps!!!"},"content":{"rendered":"<p>Da ich eine Weile meinem Computer-Arbeitsplatz entfliehen wollte und ich au\u00dferdem nicht lange genug in Neuseeland bin, um einen richtigen Job anzunehmen, musste ich mir \u00fcberlegen, was ich hier eigentlich arbeiten will. So richtig Lust auf Fruit picking hatte ich nicht, daher habe ich mich f\u00fcr Wwoofing entschieden. \u201eWilling workers on organic farms\u201c. Kleine, familienbetriebene Bio-Farmen, bei denen man zwar kein Geld bekommt, daf\u00fcr aber freie Unterkunft und Verpflegung. Genug, um ein bisschen Geld zu sparen und einen anderen Lebensstil kennenzulernen. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/anke.alt2101\/NeuseelandNr8\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/lh4.ggpht.com\/_vASJfSBlxJo\/S8pHGK41qwI\/AAAAAAAAB8E\/8nLdKGpmBFw\/IMG_5526.JPG\" alt=\"Neuseeland\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mein erster Wwoofing-Platz f\u00fchrt mich zu den Fruit Vans. Die Besitzer, ein junges brasilianisch-australisches P\u00e4rchen, kauft hier Bio-Obst von neuseel\u00e4ndischen Farmen und wir Backpacker verkaufen dieses am Stra\u00dfenrand oder an Str\u00e4nden. Ihr eigentliches Ziel ist ein Eco-Backpacker in Patagonien. In der Zwischenzeit haben sie hier eine kleine Kommune aufgebaut, ein buntgemischter Haufen von Leuten \u00fcberall aus der Welt. Momentan sind wir 16 Personen hier im Haus, von Frankreich, Argentinien, Brasilien, Deutschland und Amerika. Jeder muss mithelfen, damit alles reibungslos funktioniert. Neben dem Obstverkauf muss das Haus geputzt, der Abwasch erledigt, Mittagessen f\u00fcr die Verk\u00e4ufer vorbereitet und Abendessen gekocht werden.<br \/>\nDie Verk\u00e4ufer m\u00fcssen 4 Tage die Woche f\u00fcr 5 Stunden arbeiten und haben dann 3 Tage frei. Nachdem die Vans beladen sind, geht es um etwa 9:30h los. Bewaffnet mit einer Stra\u00dfenkarte, Geldb\u00f6rse, Preisliste, einem Buch und iPod muss ich schon nach einem Trainee-Tag auf eigene Faust an meinen Spot fahren (\u00e4hm wo war das noch gleich?&#8230;) und mein Gl\u00fcck versuchen. Aber Wassermelonen verkaufen liegt bei den Altintop\u2018s in den Genen, denke ich (kleiner Insider). Meine Kunden sind jedenfalls von meinen \u201eKlopff\u00e4higkeiten\u201c \u00fcberzeugt und kaufen mir regelm\u00e4\u00dfig alle Wassermelonen ab. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/anke.alt2101\/NeuseelandNr8\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/lh6.ggpht.com\/_vASJfSBlxJo\/S8pHR_4MleI\/AAAAAAAAB9A\/4A6k0T6CNPg\/IMG_5577.JPG\" alt=\"Watermelon Queen\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p>Feijoas und Avocados sind DER Verkaufsschlager \u00fcberhaupt, Kiwis werden jedoch meist verschm\u00e4ht und so m\u00fcssen wir uns die B\u00e4uche regelm\u00e4\u00dfig mit Kiwisaft, Kiwikuchen und Kiwimarmelade vollschlagen. Kann man eigentlich an Kiwi-\u00dcberdosis sterben? Vor zwei Tagen sind zwei weitere riesen Kiwi Kisten angekommen, wo soll das nur Enden???<\/p>\n<p>Die meiste Zeit hei\u00dft es warten, warten, warten, lesen, Musik h\u00f6ren, lesen, lesen, lesen, Musik h\u00f6ren, D\u00e4umchen drehen, warten\u2026 Vormittags kommen die gespr\u00e4chigen Rentner vorbei. Nach dem Mittagessen M\u00fctter mit ihren Kindern und kurz vor Schluss (gegen 4:30 Uhr), dann alle, die nach dem Feierabend noch kurz etwas einkaufen wollen (\u00e4hm hallo ich m\u00f6chte gerade Schluss machen\u2026 aber sie bekommen nat\u00fcrlich gerne noch ein paar Avocados\u2026). <\/p>\n<p>Wenn es mal wieder regnet und ich es mir gerade in meinem Van hinter meinem Buch so richtig gem\u00fctlich gemacht habe, kann es schon mal m\u00fchselig sein, den wartenden Kunden mit einem L\u00e4cheln und \u201eHow is it going?\u201c entgegenzutreten, aber man bem\u00fcht sich ja freundlich zu sein. Und so bringe ich die Frucht-S\u00e4cke selbstverst\u00e4ndlich auch gerne ans Autofenster, wenn ein besonders eiliger Kunde, nicht aus seinem Auto steigen m\u00f6chte. Innerhalb von vier Tagen, habe ich so den Umsatz von NZ$150 auf NZ$380 steigern k\u00f6nnen und das zuletzt sogar an einem sonst ziemlich mies laufenden Spot.<\/p>\n<p>M\u00fcde und durchgefroren tauschen wir uns alle am Abend auf dem Balkon \u00fcber unsere Erlebnisse aus und k\u00f6nnen so die etwas frustrierenden Fragen \u00fcber den Reifegrad von Kiwi und Avos mit einem L\u00e4cheln quittieren.<\/p>\n<p>Schon irgendwie lustig, das Ganze. Vor allem macht es riesen Spa\u00df mit meinem Van, namens \u201ePlumbero\u201c durch die Gegend zu fahren. Er ist zwar ein Schrotthaufen, bei dem die Tankanzeige nicht mehr funktioniert und sich f\u00e4hrt wie ein LKW, aber Klein-Anke ist darin \u201eQueen of the Road\u201c  :-D. In der zweiten Woche fahre ich mit \u201eHappy Camper\u201c durch die Gegend, der eher \u201eSad Camper\u201c hei\u00dfen sollte, da er st\u00e4ndig seine \u201eOhren\u201c h\u00e4ngen l\u00e4sst, so dass mir nichts anderes \u00fcbrig bleibt als mich extrem zu verrenken, wenn ich sehen m\u00f6chte, was der Verkehr hinter mir gerade so anstellt.<\/p>\n<p>Ich muss sagen, dass ich mich sehr wohl f\u00fchle in dieser \u201eantikapitalistischen Kommune\u201c und trotzdem haben diese wwoofing-Eins\u00e4tze auch irgendwie einen bitteren Beigeschmack. Man arbeitet hart und bekommt doch \u201enur\u201c einen Schlafplatz und Essen als Gegenleistung. Ich m\u00f6chte mich nicht beschweren, denn ich habe mir bewusst diese Jobs ausgesucht, da es mir weniger darum geht Geld zu verdienen, sondern in erster Linie Menschen und ihre Lebensstile kennenzulernen. Doch wenn man genau hinsieht steckt hinter den Fruit Vans nat\u00fcrlich auch nur eine gewinnerzielende Firma, bei der Umsatz mit Hilfe oder auf Kosten der Backpacker erzielt wird und weniger der Lebensstil im Vordergrund steht. Das Gleiche Prinzip vermute ich auch bei den meisten anderen wwoofing-Pl\u00e4tzen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/anke.alt2101\/NeuseelandNr8\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/lh3.ggpht.com\/_vASJfSBlxJo\/S9IRZ7TR3cI\/AAAAAAAAB_Q\/AYKqPX4iVp4\/IMG_5601.JPG\" alt=\"Fruit vans\" width=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p>Und doch ist der internationale Flair, der hier im Haus schwebt toll. Beim (meist superleckeren vegetarischen) Abendessen sitzen alle zusammen, die Gespr\u00e4che werden in mehr oder weniger gutem englisch, franz\u00f6sisch, spanisch und portugiesisch gef\u00fchrt. Nicht selten ist voller K\u00f6rpereinsatz gefragt, da ein Wort oder Satz vom anderen nicht verstanden wird. Man lernt viel \u00fcber die verschiedenen Kulturen, Sprachen, deren K\u00fcche und Traditionen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich eine Weile meinem Computer-Arbeitsplatz entfliehen wollte und ich au\u00dferdem nicht lange genug in Neuseeland bin, um einen richtigen Job anzunehmen, musste ich mir \u00fcberlegen, was ich hier eigentlich arbeiten will. So richtig Lust auf Fruit picking hatte ich nicht, daher habe ich mich f\u00fcr Wwoofing entschieden. \u201eWilling workers on organic farms\u201c. 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